Unseren Rückblick zur Glaubenskonferenz gestalten wir diesmal anders. Natürlich gibt es wieder Fotos zum Nach- und Mitfreuen. Vor allem aber möchten wir die Gedanken unserer Referenten zusammenfassen. Dafür haben wir zwei der Glauko-Vorträge ausgewählt.

Präses Ansgar Hörsting zum Thema:
Aufgeben? Auf keinen Fall!

Ich hätte unserem Präses gerne länger zugehört. Das ging anderen ebenfalls so. Nicht nur durch Lacher an passenden Stellen wurde deutlich: die Zuhörer waren voll dabei. Bevor Ansgar Hörsting seine ausgewählte Bibelstelle (Hebräer 12, 1 und 2) auslegte, gab er drei Ermutigungen weiter:Ich hätte unserem Präses gerne länger zugehört. Das ging anderen ebenfalls so. Nicht nur durch Lacher an passenden Stellen wurde deutlich: die Zuhörer waren voll dabei. Bevor Ansgar Hörsting seine ausgewählte Bibelstelle (Hebräer 12, 1 und 2) auslegte, gab er drei Ermutigungen weiter:

  • „Hinschmeißen wollen“ ab und zu gehört zum Menschsein. In solchen Fällen „bist du in guter Gesellschaft.
  •  „Aufgeben“ kann manchmal auch ein Zeichen von Intelligenz sein. Zum Beispiel, wenn man einen Wettbewerb im Hotdog-Essen nicht bis zum Ende durchzieht.
  •  „Krasse Zeiten“ sind nichts Neues – in denen lebte auch Jesus schon. Oder die Empfänger des Hebräerbriefes.

Beim „unbedingt durchhalten“ geht es darum, die Berufungen von Gott nicht aufzugeben: In Ehe und Familie, in der Gemeinde oder im Beruf.In Anlehnung an die Verse aus Hebräer 12 sagte Pastor Hörsting: „Die Bibel ist ehrlich und fair. Sie sagt ganz klar: Der Glaube und das Leben sind ein Kampf, kein Ponyhof.“ Er betonte wie wichtig es sei, alles was uns beschwert, abzulegen. Das könne zum Beispiel Materialismus sein oder Angst oder die oft nicht auszuhaltende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Sünde sei auch so ein hinderlicher Ballast – eigene und die anderer. Letztere mache bitter, wenn man sie nicht loslassen könne. „Ballast abwerfen, um durchzuhalten“  ist ein großes Thema zeitgenössischer Ratgeberliteratur. Allerdings, so betonte der Präses: „Aufschauen zu Jesus, der den Sieg errungen hat und jetzt zur Rechten Gottes sitzt – diese echte Hilfe haben nur wir Christen. Wir können durchhalten, weil wir mit Jesus verbunden sind.“    Drei praktische Tipps gab es für die Zuhörer mit auf den Weg:

  • 1. Schütte dein Herz bei Jesus aus. Damit kannst du sofort anfangen.
  • 2. Nimm dir zeitnah vor, Ungutes in Beziehungen zu klären
  • 3. Trainiere in den nächsten Monaten neue gute Gewohnheiten.

(Annekatrin Warnke, FeG Norderstedt)

Gordon MacDonald zum Thema:
Fast Food? Vergiss es!

Hektik, Angst, Widersprüche und Hoffnungslosigkeit prägen unleugbar unsere „verrückte Welt“. Allerdings hat es auch in der Vergangenheit immer wieder gewaltige Umbrüche gegeben. Man denke nur an die Reformationszeit oder das letzte Jahrhundert mit zwei Weltkriegen. Sind solche „krassen“ Zeiten Fluch oder Segen?

Was MUSS sich ändern? Was DARF sich NICHT ändern? Jesus oder „krasse Zeiten“? Wir fragen uns als Christen: Was kann das Wachstum des Glaubens fördern? Wie bilden wir christliche Leiter aus? Leiterschaft lag zu Jesu Zeiten in den Händen von weisen, gelehrten Männern, Rabbinern, die die Thora studiert hatten und viel Lebenserfahrung besaßen. Sie hatten intensive Kontakte mit ihren Schülern, lebten teilweise mit ihnen und konnten so Einfluss auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit nehmen und sie prägen. Wer von einem berühmten Rabbi unterrichtet wurde, hatte einen besonderen gesellschaftlichen Status. Jeder Schüler war durchdrungen von dem Wunsch, seinem Rabbi, seinem Meister ähnlich oder sogar gleich zu werden. Jesus hat 33 Jahre unter uns Menschen gelebt. Mit 30 wurde er Rabbi, musste aber seine Schüler selbst auswählen und ansprechen: Folge mir nach! Zu Jesu Lebzeiten gab es keine Bücher, – aber Menschen, von denen junge Leute lernen konnten: “Seht auf mich“, sagte Jesus, „tut, was ich tue“.

Die Jünger lebten und wanderten mit ihm, versorgten ihn mit allem Notwendigen, und so wuchsen reife Christen heran – allen voran Simon Petrus, der nach dem Pfingstwunder der staunenden Menge vollmächtig predigte, dieses Wunder erklärte (Apg 2 und 3) und einen Gelähmten durch bloßen Zuspruch heilte. Der Erfolg war durchschlagend: Viele Menschen wurden gläubig, ließen sich taufen, die Kirche wuchs explosiv, und man fragte sich: Woher bezog Petrus, ein Fischer, die Souveränität, so aufzutreten? Die Antwort liegt nahe: Jesus selbst hat Petrus „trainiert“, das heißt, er hat ihn durch sein Beispiel und seine liebevolle Zuwendung und Korrektur gerüstet /vorbereitet, sodass Petrus nun Jesu Werkzeug sein konnte und wollte. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis: Gordons Frau Gail und er, glücklich verheiratet seit 57 Jahren, haben folgendes Muster für ein Leiterschaftstraining initiiert und praktizieren es seit zehn Jahren: Sie laden immer wieder 15 junge Leute ein, vierzig Wochen lang an jedem(!) Montagabend in ihr Haus zu kommen, um miteinander zu essen und intensive Gespräche über den Glauben zu führen.

Hier investieren reife Christen in junge, indem sie zu Glaubensvätern bzw. Rabbis werden. Das ist gelebte Leiterschaft unter dem Wort Jesu: Liebt einander, dient einander, dann wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid!

 

(Barbara Sonntag, FeG Norderstedt)